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"Ich will andere verstehen."

Du besitzt Einfühlungsvermögen, wenn

  1. du bereit bist, dich auf andere einzustellen und das ernst nimmst, was ihnen wichtig ist.
  2. du die Stimmung deines Gegenübers wahrnimmst und dich entsprechend verhältst.
  3. du hilfst, wenn jemand Unterstützung braucht.

 

Hier findest du ein praktisches Beispiel:
In der Klasse 8a gibt es ein Grüppchen von Schülern, die auch nach der Schule viel miteinander unternehmen.

Stimmungen anderer wahrnehmen
Stephanie fällt auf, dass die sonst so quirlige Tina in der letzten Zeit öfter nicht bei den nachmittäglichen Treffen dabei ist und sich immer mehr zurückzieht. Sie beschließt, Tina am Nachmittag darauf anzusprechen. Vielleicht kann sie ihr ja irgendwie helfen.

Mitgefühl zeigen
Im Gespräch erfährt Stephanie, dass sich Tinas Eltern nur noch streiten und sich wahrscheinlich scheiden lassen werden. Sie wisse schon gar nicht mehr, wie sie sich ihren Eltern gegenüber verhalten solle und würde am liebsten von zuhause abhauen. Dass kann Stephanie durchaus nachvollziehen, da sich auch ihre Eltern früher öfter gestritten haben, sich deswegen aber nicht gleich getrennt haben.

Unterstützung geben
Stephanie schlägt Tina vor, die Eltern direkt auf die gespannte Situation anzusprechen. Für den Fall, dass sich die Lage verschlimmern oder länger andauern sollte, bietet sie Tina an, bei ihr zu übernachten. Bei dem Gespräch zwischen Tina und ihren Eltern stellt sich heraus, dass die beiden beruflich sehr eingespannt sind, sich aber trotz der häufigen kleinen Streitigkeiten keinesfalls trennen wollen. Die Eltern merken jetzt erst, wie sich ihr Verhalten auf Tina auswirkt und wollen sich bemühen, in Zukunft weniger zu streiten.

 

Lerntipp: Ich will andere verstehen

  1. Zeige echtes Interesse an deinem Gegenüber und achte darauf, was er sagt. Dazu gehört auch, dass du intensiv zuhörst, wenn er dir z. B. von seiner Lieblingsband vorschwärmt, obwohl du diese gar nicht kennst und dich Musik auch nicht besonders interessiert. Eventuell lernst du etwas Neues. Auf jeden Fall aber wird dein Gegenüber froh sein, dass du ihm zugehört hast.

  2. Körperhaltung, Gestik und Mimik geben dir Hinweise darauf, wie dein Gesprächspartner sich fühlt und was er meint. Hast du schon mal versucht, auf die Körpersprache anderer zu achten? Probiere das mal bei nächster Gelegenheit aus. Beobachte genau die Körperhaltung und den Gesichtsausdruck, wenn jemand z. B. sagt: "Ist mir doch egal ." Meint er wirklich, was er sagt? Du zeigst Einfühlungsvermögen, wenn du auf das reagierst, was er meint, und nicht auf das, was er gesagt hat.

  3. Wenn es dir schwer fällt, genau zu beobachten, kannst du das auch mithilfe des Videorecorders trainieren: Stelle den Ton ab, beobachte eine Szene und mach dir deinen Reim darauf. Schau dann die gleiche Szene mit Ton. Hast du die Stimmung richtig erspürt?

  4. Dein Mitgefühl kannst du zeigen, indem du deinem Gesprächspartner aufmerksam zuhörst, nachfragst und aufmunternde Worte für ihn findest. Eventuell kannst du ihn auch mit Taten unterstützen. Wärst du nicht auch froh, wenn dich jemand aufbaut, wenn es dir schlecht geht?
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