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"Ich kann mit schwierigen Situationen umgehen."

Du bist konfliktfähig, wenn

  1. du in schwierigen Situationen die Stimmung anderer wahrnimmst und entsprechend reagierst.
  2. du versuchst, Konflikte fair und sachlich zu lösen.
  3. du Dinge ansprichst, die dich stören – auch dann, wenn du weißt, dass es anderen nicht passt.
  4. du dich durch Widerstand oder Misserfolge nicht entmutigen lässt.
  5. du versuchst, aus Konflikten zu lernen und dich gegebenenfalls zukünftig anders verhältst.

 

Hier findest du ein praktisches Beispiel:
Beate und Franziska sind schon seit der Kindergartenzeit beste Freundinnen und verbringen die meiste Zeit miteinander. Seit zwei Wochen hat Beate einen neuen Freund: Martin.

Störende Themen ansprechen
Seitdem haben Beate und Franziska nichts mehr alleine unternommen. Franziska fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen und möchte sich auch mal wieder mit ihr alleine treffen, ohne dass es ständig um Martin geht. An den Fahrradständern nach der Schule spricht Franziska Beate darauf an.

Konfliktsituationen einschätzen
Beate reagiert überrascht, da sie sich dieser Sache gar nicht so bewusst ist. Sie ist der Meinung, dass Franziska sich nicht so anstellen soll und nur neidisch ist. Franziska ist enttäuscht von Beate, gesteht sich aber ein, dass es wahrscheinlich kein günstiger Zeitpunkt war, sie zwischen Tür und Angel anzusprechen.

Konflikte fair und sachlich lösen
Um die Lage noch einmal in Ruhe zu besprechen, beschließt Franziska abends bei Beate vorbeizugehen. Franziska erklärt, dass sie sich von ihr ein wenig vernachlässigt fühlt und sich einfach mehr Zeit mit ihr wünscht. Beate, die in der Zwischenzeit auch darüber nachgedacht hat, kann ihre Freundin mittlerweile verstehen und beide einigen sich darauf, einen Tag in der Woche auf alle Fälle füreinander zu reservieren.

Konflikte als Anstoß zum Lernen
Franziska überlegt sich später zu Hause, dass sie ihre Freundin in Zukunft lieber in einer ruhigen Situation auf solche Dinge anspricht, denn einen Streit mit ihrer besten Freundin will sie nicht riskieren.

 

Lerntipp: Ich kann mit schwierigen Situationen umgehen

  1. Konflikte werden häufig zur Seite geschoben, vielleicht gar nicht angesprochen, was die Situation noch schlimmer macht. Sprich Dinge, die dich stören, möglichst gleich an und mache, wenn du kannst, Vorschläge zur Verbesserung. Dadurch vermeidest du, dass die Situation aus dem Ruder läuft.

  2. Geh zu der Person, mit der du im Konflikt stehst, und stelle ruhig und sachlich deine eigene Sichtweise dar. Du solltest es dabei vermeiden, dem anderen die Schuld zu geben. Lass dein Gegenüber aussprechen und seine Position darstellen. Nur so kannst du seine Sicht der Dinge kennen lernen und seine Stimmung einschätzen.

  3. Falls du Angst vor Konfliktgesprächen hast, übe eine solche Situation in einem Rollenspiel mit einem Freund. Anschließend soll er dir eine Rückmeldung geben und ihr überlegt dann gemeinsam, wie du dich anders verhalten könntest. Wer kommt dafür aus deinem Freundeskreis in Frage?

  4. Bei immer wiederkehrenden Problemen hilft es manchmal, die Lösung, auf die man sich geeinigt hat, schriftlich festzuhalten. Festgehalten werden sollte auch, was jeder einzelne zur Verbesserung der Situation beitragen will bzw. soll. Das Einhalten der Vereinbarungen kann dann immer wieder kontrolliert werden. Falls sich keine Besserung ergibt, müssen neue Lösungswege gesucht und ausprobiert werden.

  5. Jeder Mensch geht anders mit Misserfolgen und Konfliktsituationen um – du anders als deine Freundin, die wiederum anders als ihr Freund. Der eine lässt sich entmutigen, die andere kämpft verbissen weiter. Überlege, wie du selbst reagierst und beobachte deine Freunde. Wer kann am besten mit schwierigen Situationen umgehen? Was kannst du von ihnen lernen?
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